Das Wetter ist perfekt. Es verspricht den Fledermäusen gutes Flugwetter und einen vollen Magen.

 Das Interesse, an diesem Abend Fledermäuse zu beobachten, ist leider sehr gering. Trotzdem gut gelaunt wandern wir als fast familiäres Grüppli nach einer kleinen Einführung zum Thema Fledermäuse durch den reizvollen flecken Ellikon hinunter an den Rhein. Nur wenig über dem Horizont zeigt sich in fast voller Grösse ein tiefgoldener Mond. Er verleiht dem späten Abend eine romantische Stimmung. Ob das der Grund sein könnte, dass andere Interessen dem heutigen Fledermausabend den Rang abgelaufen haben?

Die für unsere Ohren geräuschlosen Flieger sind heute Abend spät zur Jagd aufgebrochen. Wir sind schon fast am Fluss angelangt, als dank Detektorgerät die schmatzenden und ploppenden Laute eines Abendseglers zu vernehmen sind.

In der Dämmerung noch schwach erkennbar huscht uns jetzt eine Zwergfledermaus über den Kopf. Auch ihre Ultraschalllaute sind dank Detektor gut vernehmbar. Sie unterscheiden sich wesentlich von denjenigen eines Abendseglers.

Als wir am Rheinufer angekommen sind, beschweren sich kurz einige Stockenten, ein Graureiher und später auch ein Grünschenkel über unsern Besuch.

Je dunkler es wird, desto intensiver knattert der Detektor. Im Licht der Taschenlampe sehen wir Miraden von schwirrenden Insekten in der Luft. Und über dem Fluss, dort wo die Ansammlungen am grössten sind, kann man nun auch immer mehr Fledermäuse ausmachen. Der Tisch ist reichlich gedeckt, das grosse Schmausen kann beginnen.

Die flinken Jäger verfügen über eine schlechte Energiebilanz. Dank kleinem Körper und grossen, durchbluteten Hautflügeln verlieren Fledermäuse schnell viel Wärme. Als eine ihrer Gegenstrategien futtern sie grosse Mengen und verdauen sie effizient. Pro Nacht ist das gut 1/3 des Körpergewichtes, was je nach Nahrungsangebot aus zwei- bis dreitausend Insekten bestehen kann, die in drei bis vier Stunden bereits vollständig verdaut sind…