Am 27. März trafen wir uns zu einem Spaziergang auf dem Worrenberg auf der Suche nach dem Gelbstern. Er gehört zu den Liliengewächsen und ist eine sehr seltene Pflanze, steht er doch auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Jedes Jahr im Frühling an den ersten warmen Tagen blüht der Gelbstern an verschiedenen Stellen zwischen den Reben. Wenn die übrige Vegetation zu wachsen beginnt, zieht sich der Gelbstern wieder in seine Zwiebel zurück und schläft bis zum nächsten Jahr.

Der Gelbstern ähnelt auf den ersten Blick ein wenig dem Scharbockskraut, das zur selben Zeit gelb blüht. Dieses gehört jedoch zu den Hahnenfussgewächsen. Beim näheren Betrachten fallen jedoch gleich die unterschiedlichen Blätter auf: Der Gelbstern hat lange, dünne Blätter, während das Scharbockskraut breite, flächige Blätter aufweist.

In der Schweiz gibt es sechs Arten dieser kleinen Pflanze. Ihr Verbreitungsgebiet liegt vor allem in unserer Region: Im Schaffhausischen, im Rafzer Zipfel und im nördlichen Kanton Zürich. Einige kleine Vorkommen lassen sich jedoch auch im Aargau, im Wallis im Rheintal und bei Genf nachweisen. Im Worrenberg wachsen zwei Arten dieser seltenen Pflanze, nämlich der Wiesen- und der Ackergelbstern.

© Sophie Baumann